Schon seit Jahrtausenden setzen Menschen pflanzliche Antibiotika im Kampf gegen Infektionen ein und nutzen so die Heilkräfte der Natur.
Da die Pflanzen die Stoffe selbst im Kampf gegen Bakterien, Viren und Pilze einsetzen haben sie sie im Laufe der Evolution ständig verbessert, denn nur die Pflanzen, die sich am besten schützen können, überleben langfristig auch.
Jetzt da sich immer mehr Probleme mit Resistenzbildungen bei chemisch hergestellten Antibiotika ergeben, werden pflanzliche Antibiotika und die Möglichkeiten ihrer Anwendung immer interessanter.
Schon heute werden bei Harnwegsinfekten oder Bronchitis die Senföle (Glucosinolate) aus Kapuzinerkresse oder Meerrettich erfolgreich angewendet. Ein weiteres Mittel ist Umckaloabo mit dem Wirkstoff der Pelargonie aus Südafrika, das auch wirksam bei Infektionen der Atemwege ist.
Neben Kapuzinerkresse und Meerrettich verfügen aber natürlich auch noch andere Pflanzen über Inhaltsstoffe mit antibiotischer Wirkung. So enthält Knoblauch zum Beispiel Alliin, das auch antibakteriell wirkt. Bei Kräutern wie Thymian, Rosmarin oder Salbei etwa sind es die ätherischen Öle, die die antibakterielle Wirkung erzielen.
Bisher werden pflanzliche Antibiotika vorwiegend bei leichten bis mittelschweren Infektionen angewendet, da sie nicht so stark wirksam sind, wie die chemisch hergestellten Antibiotika. Allerdings sind sie was die Resistenzbildung angeht den chemisch hergestellten Mitteln haushoch überlegen, da die Pflanzen es im Laufe der Zeit geschafft haben, sich immer weiter anzupassen um auch mit den aggressivsten Erregern fertig zu werden. So hat eine Studie am Universitätsklinikum Freiburg sogar ergeben, dass Senföle ihre keimhemmende Wirkung auch gegen die antibiotikaresistenten MRSA-Stämme entfalten.
Leider werden die Kosten für pflanzliche Antibiotika heutzutage noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Aber gerade bei leichten und mittelschweren Infektionen sind sie eine wirkliche Alternative zu den herkömmlichen Antibiotika. Man muss ja nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, wenn man sich auch die Heilkräfte der Natur zunutze machen kann.



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