Vor 50 Jahren, im Mai 1960, wurde in den USA die Antibabypille offiziell zugelassen.
Ein Jahr später gab es die Pille auch in Deutschland. Eingeführt als ein Mittel zur Behebung von Menstruationsstörungen, wurde ihre tatsächliche Bedeutung aber schnell klar.
Es ist sicher keine Übertreibung, wenn man sagt, dass die Pille eine der wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts war. Mit ihrer Hilfe sind Frauen in der Lage selber zu entscheiden, ob und wann sie Kinder haben wollen. Die Pille hat die sexuelle Revolution und die Emanzipation der Frau möglich gemacht.
Und auch wenn die katholische Kirche bis heute die Pille, ebenso wie andere Verhütungsmittel, verbietet, wird sie doch mehr als 100 Millionen Frauen genommen.
Wie wirkt die Pille?
Der weibliche Monatszyklus wird von Hormonen gesteuert. Die wichtigste Rolle spielen dabei das Östrogen und das Gelbkörperhormon Gestagen. Beide werden vorwiegend in den Eierstöcken produziert.
Bedingt durch die Hormonkonzentration reifen Eizellen, die dann befruchtet werden können. Auch die Dicke der Gebärmutterschleimhaut, in die sich die Eizelle einnistet, wird so geregelt.
Die Steuerung des monatlichen Zyklus wird bei Einnahme der Pille von künstlichen Hormonen übernommen. Heutzutage sind die meisten Pillen Mikropillen mit weniger als 50 Milligramm Östrogen und einem Gestagen (es gibt verschiedene).
Durch das Östrogen werden Eizellenreifung und Eisprung gehemmt und das Gestagen verdickt den Schleim, so dass die Spermien es schwerer haben, in den Eileiter vorzudringen.
Es gibt auch Minipillen, die nur Gestagene enthalten. Sie verhindern zwar weniger Eisprünge, aber der Schleim am Gebärmutterhals wird zuverlässiger verdickt und der Aufbau einer genügend dicken Gebärmutterschleimhaut wird verhindert.
Was für Nebenwirkungen hat die Pille?
Auch wenn die Pille, neben völliger Sexabstinenz, wohl das beste Verhütungsmittel ist, so ist sie doch nicht frei von Nebenwirkungen.
Frauen, die die Pille über viele Jahre einnehmen haben ein höheres Brustkrebsrisiko. Die Hormongaben können auch das Risiko für Thrombosen oder Embolien erhöhen. Abhängig ist dies vor allem von der Höhe der Östrogendosis und dem zusätzlich enthaltenen Gestagen. Empfohlen werden deshalb Präparate mit wenig Östrogen und einem risikoarmen Gestagen.
Für Frauen mit Bluthochdruck oder anderen Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Gefäßerkrankungen sind östrogenhaltige Pillen deshalb auch verboten. Immerhin gibt es auch positive Nebenwirkungen, so leiden manche Frauen weniger unter Stimmungsschwankungen, die durch den Zyklus ausgelöst werden und bei einigen Frauen wird durch die Pille auch die Lust gesteigert.



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